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IGB.ch - Gemeinde
 

Einige Wichtige Daten aus dem Leben der IGB

1805Gründung der Gemeinde / 70 Seelen
1864300 Seelen
1868Bau der Grossen Synagoge
1892Erweiterung auf die heutige Grösse
18971. Zionistenkongress in Basel
Neun weitere Kongresse folgten
1903Einweihung des eigenen Friedhofs
1909Einweihung der Kleinen Synagoge
1927Gründung der Austrittsgemeinde IRG Basel
Heute ca. 40 Familien
1972Die IGB erhält als erste jüdische Gemeinde in der Schweiz die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft
1997Die Stadt Basel feiert mit der IGB das Jubiläum zur Erinnerung an den 1. Zionistenkongress
2005Feier des 200jährigen Bestehens der IGB

Basel und seine Juden

Bereits im frühen 13. Jahrhundert ist in Basel eine jüdische Gemeinde nachgewiesen, mit eigenem Friedhof, Synagoge sowie Rabbinern.

Die Basler Juden waren wie zu jener Zeit üblich im Geldverleih tätig. In den 1220er Jahren ermöglichten sie den Basler Bischöfen den Kauf des Stadtteils Kleinbasel und den Bau der ersten Brücke über den Rhein. Dies begründete Basels Aufstieg als Handelsstadt.

Wie in vielen Städten Mitteleuropas fanden auch in Basel im 14. Jahrhundert Judenverfolgungen und –vertreibungen statt. Die Juden wurden unter der Anschuldigung, Brunnen vergiftet und so die Pest verbreitet zu haben, getötet und aus der Stadt vertrieben.

Im Jahr 1349 ist die erste jüdische Gemeinde Basels im Zusammenhang mit der Pest vernichtet worden, und 1398 fand die zweite jüdische Gemeinde ihr Ende. Während mehrerer Jahrhunderte bestand in Basel keine jüdische Gemeinde; das jüdische Leben verlagerte sich in die Dörfer der nahen Umgebung. 1805 wurde die jetzt noch bestehende Israelitische Gemeinde Basel gegründet.

Waren es am Anfang meist Zuzüger aus dem nahen Elsass, so liessen sich am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem Juden aus Deutschland und Osteuropa in Basel nieder.

Die rechtliche Gleichstellung als Bürger erreichten die Juden in der Schweiz zwischen 1866 und 1874.

Die Gleichstellung der Juden in der Schweiz erfolgte, nachdem die USA und Frankreich auf die Schweizer Regierung politischen Druck ausgeübt hatten. In der Bundesverfassung von 1874 wurde die Religionsfreiheit in der Schweiz rechtlich verankert. Damit gewährte die Schweiz als einer der letzten Staaten Westeuropas den Juden die volle Emanzipation.

Basel gilt als weltoffene und tolerante Stadt, in der manifester Antisemitismus kaum anzutreffen ist. Von einer im Vergleich zu anderen Gebieten der Schweiz relativ grosszügigen Haltung der Basler gegenüber den jüdischen Flüchtlingen berichten auch Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges, obschon sich die Stadt den Anordnungen der Schweizer Regierung zu jener Zeit nicht ganz entziehen konnte. Bekannt ist aber, dass sich die Bevölkerung und Behörden Basels offen oder versteckt der Flüchtlingspolitik der Landesregierung widersetzten.

Die Jüdinnen und Juden Basels fühlen sich in das politische und gesellschaftliche Leben der Stadt bestens integriert.

Die Jüdinnen und Juden Basels sind in allen Berufsgattungen vertreten. So gab und gibt es in Basel immer wieder jüdische Parlamentarier, und von 1996 bis 2008 war erstmals ein Mitglied unserer Gemeinde Mitglied der Basler Regierung.

Mehrere Institutionen mit christlicher und jüdischer Beteiligung fördern den Kontakt zwischen den Juden und ihrer nichtjüdischen Umgebung und bemühen sich um einen praktischen und konstruktiven Dialog zwischen den Religionen.